Supercars und neue Kräfte setzen gleichzeitig auf diese Entwicklung, und die Automobilindustrie von Ferrari und BMW tritt in eine beschleunigte Phase des „Ersetzens von Kupfer durch Aluminium“ ein.

Am 30. Juni berichteten Branchenneuigkeiten, dass nach Tesla und einigen neuen chinesischen Automobilherstellern nun auch Ferrari und BMW, zwei traditionsreiche Luxusmarken, Aluminiumkabelbäume in großem Umfang in ihren neuen Modellen einsetzen. Dies markiert einen neuen Meilenstein im seit über 20 Jahren bestehenden Trend, Kupfer durch Aluminium zu ersetzen. Die Umstellung von vereinzelten Pilotprojekten auf eine flächendeckende Einführung erfolgt nun branchenweit.

Angesichts des aktuellen Tempos der Branchenumsetzung haben Automobilhersteller mit unterschiedlicher Positionierung in dieser Phase des Materialwechsels klare Vorteile gefunden. Ferrari verwendet Aluminium bereits umfassend in Karosserie, Motor und Chassis. Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen beim Hybrid-Sportwagen 296 die Stromkabel auf Aluminium um und dehnte die Umstellung später auf die gesamte Produktpalette aus, einschließlich des ersten rein elektrischen Modells Luce, das im letzten Monat vorgestellt wurde. Kommunikationsdirektor Dario Esposito erklärte, dass Aluminiumkabel das Gesamtgewicht des Kabelbaums um bis zu 20 % reduzieren können und dass die Wahl von Aluminium als Werkstoff im Wesentlichen darauf abzielt, die Materialeigenschaften an die Anforderungen des Fahrverhaltens anzupassen.

BMW hatte bereits 2011 Aluminiumleiter in seinen 1er-Modellen getestet und verwendet nun im gesamten Hoch- und Niederspannungssystem Aluminiumdrähte, die mit der neuesten eDrive-Technologie ausgestattet sind. Branchennachrichten zufolge hat auch Stellantis kürzlich die Arbeiten zur Ersetzung von Kupfer- durch Aluminiumdrähte fortgesetzt.

Auf dem heimischen Markt setzen Marken wie Avita, Xiaopeng und Xiaomi bereits auf Aluminium-Kabelbäume. Die durch die Leichtbauweise erzielte Reichweitenverbesserung erfüllt optimal die Kernanforderungen von Elektrofahrzeugen. Gleichzeitig können Aluminium-Kabelbäume im hart umkämpften Markt für erneuerbare Energien in China die Gesamtkosten im Vergleich zu Kupfer-Kabelbäumen um etwa 20 % senken und bieten Automobilherstellern, die unter dem Druck sinkender Gewinnmargen stehen, einen wichtigen Kostenspielraum.

Aluminium (33)

Die treibende Kraft dieser Ersatzwelle ist der anhaltend hohe Kupferpreisdruck. Laut Daten der Londoner Metallbörse (LME) erreichten die Kupferpreise zuvor ein historisches Hoch von 15.000 US-Dollar pro Tonne, während der aktuelle Spotpreis stabil bei rund 90.000 RMB pro Tonne liegt. Die Aluminiumpreise im gleichen Zeitraum betrugen hingegen nur etwa ein Viertel der Kupferpreise. Dieser enorme Preisunterschied verdeutlicht die Wirtschaftlichkeit des Materialersatzes. Die kontinuierlich steigende Kupfernachfrage in den Bereichen grüne Energie und Rechenzentren hat für das kommende Jahrzehnt zu einer Angebotslücke auf dem globalen Kupfermarkt geführt und den Anreiz für Automobilhersteller, den Materialersatz voranzutreiben, weiter verstärkt.

Die Branche geht jedoch im Allgemeinen davon aus, dass die Wärmeleitfähigkeit von Aluminium geringer ist als die von Kupfer. In manchen Anwendungsfällen mit extrem hohen Anforderungen an Leitfähigkeit und Wärmeableitung ist Kupferdraht nach wie vor unersetzlich. Gleichzeitig bestehen Probleme wie der hohe Energieverbrauch inAluminiumproduktionRegionale Zollunterschiede sind ebenfalls praktische Faktoren, die Automobilhersteller bei der Förderung des Austauschs berücksichtigen müssen. JPMorgan schätzt, dass die Nachfrage nach Kupfer, das durch Aluminium ersetzt wird, bis 2025 etwa 2 % der weltweiten Gesamtnachfrage ausmachen wird. Sollte sich der Preisunterschied in Zukunft weiter vergrößern, wird dieser Anteil bis 2030 voraussichtlich auf 6 % steigen. Das Nachziehen weiterer Automobilhersteller wird die Marktdurchdringung von Aluminium-Kabelbäumen rasch beschleunigen.


Veröffentlichungsdatum: 06.07.2026