Neue Daten des Weltbüros für Metallstatistik (WBMS) bestätigen ein sich verschärfendes Angebotsdefizit auf dem globalen Primäraluminiummarkt. Im Oktober 2025 wurde ein globales Angebotsdefizit prognostiziert.PrimäraluminiumproduktionDie Produktion erreichte 6,0154 Millionen Tonnen (Mt), wurde jedoch von einem Verbrauch von 6,1241 Mt deutlich übertroffen, was zu einem erheblichen monatlichen Defizit von 108.700 Tonnen führte. Damit erhöht sich das Defizit seit Jahresbeginn (Januar bis Oktober) auf beachtliche 955.500 Tonnen, bei einer kumulierten Produktion von 61,2165 Mt gegenüber einem Verbrauch von 62,1720 Mt.
Dieses anhaltende strukturelle Defizit verdeutlicht die grundsätzliche Engpässe in der Rohstoffversorgungskette für die nachgelagerte Fertigung. Zwar blieb die Aluminiumoxidproduktion im Oktober mit 13,4209 Mio. t weiterhin robust und erreichte damit in den ersten zehn Monaten insgesamt 127,977 Mio. t, doch konnte der Druck auf die Primärmetallproduktion dadurch nicht vollständig gemildert werden. Im Gegensatz dazu zeigte der Recyclingsektor für Aluminium eine beachtliche Leistungsfähigkeit: Allein im Oktober wurden 22,0386 Mio. t produziert, in den ersten zehn Monaten sogar 220,067 Mio. t. Dies unterstreicht seine entscheidende Rolle bei der Ergänzung der Primärversorgung und der Förderung der Ressourcenkreislaufwirtschaft.
Strategische Auswirkungen für nachgelagerte Verarbeiter und Erstausrüster:
Für Hersteller, die auf Aluminium angewiesen sind – von Blechen, Stangen und Rohren bis hin zu fertigen Bauteilen –, birgt dieses anhaltende Defizit sowohl Herausforderungen als auch besondere Chancen:
1. Versorgungssicherheit und Kostenvolatilität: Der anhaltende Mangel erhöht naturgemäß das Risiko von Lieferkettenunterbrechungen und Preisschwankungen fürPrimäraluminiumbarrenund Standardprodukte aus der Mühlenbranche. Dieses Umfeld erfordert engere Lieferantenbeziehungen und gegebenenfalls diversifizierte Beschaffungsstrategien.
2. Wertschöpfende Bearbeitung als Absicherung: Unternehmen, die sich auf die Präzisionsbearbeitung von Aluminiumplatten, -stangen und -rohren spezialisieren, gewinnen an strategischer Bedeutung. Die Fähigkeit, die Ausbeute durch fortschrittliche CNC-Bearbeitung, endkonturnahe Fertigung und sorgfältige Optimierung der Rohlinge zu maximieren, wird entscheidend. Die Minimierung von Abfall wirkt dem Kostendruck durch Rohstoffknappheit direkt entgegen.
3. Kundenspezifische Anpassung und effiziente Materialnutzung: Fertigungsbetriebe, die kundenspezifisches Extrusionsschneiden, individuelle Blechabmessungen und maßgeschneiderte Rohrbearbeitung anbieten, bieten OEMs erhebliche Vorteile. Die Lieferung von Komponenten in exakt benötigten Abmessungen (kundenspezifisch zugeschnittene Profile, präzisionsgefertigte Profile) macht den Kauf und die Bearbeitung von übergroßen Standardbeständen überflüssig und reduziert so den gesamten Materialverbrauch und die Lagerkosten. Diese Effizienz ist in einem wettbewerbsintensiven Markt von entscheidender Bedeutung.
4. Nutzung von Recyclingmaterial: Das Ausmaß vonRecycling-Aluminium-Produktion(über 220 Mio. t seit Jahresbeginn) bietet einen vielversprechenden Weg. Verarbeiter, die sowohl Primärlegierungen als auch hochwertige Recyclinglegierungen verarbeiten können (z. B. durch die Sicherstellung gleichbleibender Eigenschaften der Legierungen 6061, 6082 oder 7075 aus Recyclingmaterialien), können nachhaltigere Lösungen anbieten, ohne Kompromisse bei der Leistung für viele Anwendungen einzugehen.
Veröffentlichungsdatum: 19. Dezember 2025
