Die Aluminiumexporte stiegen in den ersten vier Monaten um 8,9 %, was auf eine starke Produktion und hohe Umsätze in der heimischen Aluminiumverarbeitungsindustrie zurückzuführen ist.

Chinas Aluminiumverarbeitungsindustrie hat in letzter Zeit ein ungewöhnlich dynamisches Bild gezeigt. Laut CCTV Finance...AluminiumblechVon Bändern und Folien bis hin zu Aluminiumdraht – Unternehmen in verschiedenen Branchen verzeichnen volle Auftragsbücher, und die Produktionsstätten laufen weiterhin auf Hochtouren. Ein Hersteller von Aluminiumfolienrohlingen für neue Energiebatterien und „Doppelnull-Folie“ für Lebensmittelverpackungen meldet einen deutlichen Anstieg des Auftragsvolumens im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aktuell arbeiten alle 13 Produktionslinien für Aluminiumfoliengießen und -walzen unter Volllast.

Im Bereich der Online-Materialien und Rohre berichten einige Unternehmen von nahezu „Null Lagerbeständen“ und einer taggleichen Auslieferung ihrer Produkte. Um der stetig wachsenden Nachfrage, insbesondere den neuen Aufträgen aus den Bereichen erneuerbare Energien und High-End-Fertigung, gerecht zu werden, haben mehrere Unternehmen eine neue Kapazitätserweiterung eingeleitet.

Aluminium (77)

Hinter dem großen Erfolg der Branche steht die starke Inlandsnachfrage und der Zufluss von Auslandsaufträgen. Im Inland treibt die rasante Entwicklung von Branchen wie Elektromobilität, Photovoltaik, Energiespeicherung und Unterhaltungselektronik die Nachfrage nach hochwertigen und leistungsstarken Aluminiumwerkstoffen weiter an.

Im Ausland haben jüngste geopolitische Konflikte, wie beispielsweise die Lage im Nahen Osten, die Unsicherheit in der globalen Aluminiumlieferkette verstärkt und zu Produktionsausfällen und Angebotsengpässen in einigen ausländischen Aluminiumwerken geführt. Im Gegensatz dazu hat die chinesische Aluminiumindustrie mit ihrem umfassenden Industriesystem, ihrer stabilen Produktionskapazität und der kontinuierlich verbesserten Produktqualität eine hohe Widerstandsfähigkeit bewiesen und einen Teil der verlagerten Auslandsaufträge erfolgreich übernommen. Laut Daten der chinesischen Zollverwaltung erreichte das Exportvolumen von Roh- und Walzaluminium sowie Aluminiumwerkstoffen in China von Januar bis April 2026 2,053 Millionen Tonnen, ein Anstieg von 8,9 % gegenüber dem Vorjahr, was das Wachstum der Auslandsnachfrage bestätigt.

Der gegenwärtige Aufschwung der Aluminiumverarbeitungsindustrie ist ein typisches Ergebnis des Zusammenspiels von steigender Inlandsnachfrage und der Substitution ausländischer Nachfrage. Dennoch ist angesichts dieses Booms nüchternes Denken gefragt. Das Wachstum der Inlandsnachfrage weist strukturelle Merkmale auf und ist stark von wenigen Wachstumsbranchen wie den neuen Energien abhängig, während sich traditionelle Aluminiumbereiche wie das Baugewerbe nur langsam erholen. Dies deutet darauf hin, dass die Branche ihr volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat. Der Zustrom ausländischer Aufträge ist zwar erfreulich, seine Nachhaltigkeit jedoch fraglich, unter anderem aufgrund kurzfristiger Lieferkettenunterbrechungen infolge geopolitischer Konflikte. Sobald sich die Lage entspannt oder die Produktionskapazitäten im Ausland wiederhergestellt sind, könnten diese Aufträge wieder verlagert werden.

Besonders bemerkenswert ist, dass der aktuelle Trend zur „Vollauslastung und null Lagerbeständen“ in der Branche eine neue Welle von Kapazitätserweiterungen auslöst. Die Erfahrung hat gezeigt, dass eine konzentrierte Expansion in Spitzenzeiten leicht zu neuen Überkapazitätsrisiken führen kann, insbesondere bei homogenen Produkten im mittleren und unteren Preissegment. Daher sollten Unternehmen ihren strategischen Fokus nicht nur auf den Ausbau der Produktionskapazitäten richten, sondern auch auf die Forschung und Entwicklung von High-End-Produkten mit höheren technologischen Hürden, die Wertschöpfung in der Luft- und Raumfahrt, bei leichten Präzisionsbauteilen für die Automobilindustrie und anderen Bereichen sowie auf die Stärkung der Resilienz und der Nachhaltigkeit der Lieferkette. Nur so kann die derzeitige Auftragslage zu einer soliden Grundlage für die langfristige, qualitativ hochwertige Entwicklung der Branche werden.


Veröffentlichungsdatum: 20. Mai 2026